Hallo:)
Gestern war eine Frau an unserer Schule, die den Holocaust überlebt hat.
Es war nur für Seniors (12. Klässler) und wurde von der Common Senior Experience organisiert. Wir besuchten den Vortrag während der 3. Stunde. Die gesamte Klasse ist also mit allen anderen Seniorklassen in die MPR (Aula/ Versammlungshalle) gegangen.
Dort erwartete uns dann eine 94 Jahre alte Rumänin. Sie erzählte uns von ihren Erfahrungen, von Hass, Verrat, Auschwitz, der Vergasung ihrer Mutter und vielem mehr. Es war echt sehr interessant.
Zu Beginn fand ich es etwas merkwürdig, da mich mehrere Leute angesprochen hatten und meinten: "Is it awkward for you to sit here right now?" oder "Isn't it weird for you? The woman tells you how stupid you and your country are!" Als ich dass gehört habe war ich ein wenig entsetzt. Natürlich sind bei weitem nicht alle Amerikaner so, aber viele haben einfach keine Ahnung was überhaupt damals passiert ist. Sie denken es ist lustig was passierte und machen sich einen Spaß daraus. Ich antwortete nur mit: "No, but you are making it weird and awkward right now!", und drehte mich um.
Die Frau stammte von Transilvanien, von wo sie eines morgens von Soldaten abgeholt wurde und in einem Zug nach Auschwitz transportiert wurde. Sie erzählte uns von jedem kleinen Detail, an welches sie sich erinnern konnte. Sie erzählte uns mit Tränen in den Augen, dass ihre Mutter gleich am ersten Tag in die Gruppe geriet, welche in der Gaskammer umgebracht wurden. Sie erzählte uns, dass ihre Mutter dabei das Baby ihrer Schwester auf dem Arm hielt. Sie erzählte uns, welch andere grausame Dinge sie ansehen musste und was sie durchlebt hat. Sie wiederholte immer und immer wieder "Do me one favor and stay away from hate. Stay away from hate. Hate has such a big power and can ruin thousands of lives.", was so viel bedeutete wie " Bleibt von Hass entfernt. Versucht jeglicher Art von Hass aus dem Weg zu gehen. Hass hat eine uneinschätzbare Kraft, welche die Leben von tausenden zerstören/verändern kann."
Nach etwa einer Stunde hat ein Junge in der ersten Reihe gelacht, woraufhin die Frau sehr wütend wurde. Sie fragte ihn, ob es witzig sei und bat ihn auf der Stelle den Raum zu verlassen.
Ich fand diese 2 Stunden hochinteressant. Es war interessant, die damalige Lage von einer Person, die es miterlebt hat, erzählt zu bekommen. Außerdem war es eine andere, nicht so bekannte Sicht der Lage für mich. Natürlich weiß man viel durch den Geschichtsunterricht an der Schule und auch durch Geschichten von Opa, Oma und anderen Bekannten, aber es ist trotzdem nochmal etwas anderes, die Geschichte einer Frau zu hören, welche in einem Konzentrationslager war und es überlebt hat.
Zu meiner Verwunderung war jeder still. Normalerweise kann der Lehrer sagen was er will und einige Schüler bleiben einfach nicht ruhig. Bei dem Anblick einer alten Frau, welche das Mikrofon gerade so halten konnte und ihre traurige Geschichte erzählt, war nichts zu hören. Jeder lauschte gespannt, was sie zu sagen hatte.
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